Startseite > Erzbistum > Bistumsleitung > Predigt anlässlich der Jahresversammlung von Pro Scandiae Populis
Startseite > Erzbistum > Bistumsleitung > Predigt anlässlich der Jahresversammlung von Pro Scandiae Populis
Predigt

Predigt anlässlich der Jahresversammlung von Pro Scandiae Populis

08. August 2026
Ansgarkapelle, Hamburg

Es gilt das gesprochene Wort!

(Les.: 1 Kor 2, 1-10a  ; Ev.: Lk 9, 57-62)
        
Es heißt, dass Domenicus bei einer diplomatischen Mission, die er gemeinsam mit Bischof Diego von Osma nach Nordeuropa, vermutlich dem heutigen Dänemark, unternahm (Auftrag des Königs von Kastillien) mit Sorge wahrnahm, dass die Völker im Norden Europas noch nicht vollständig evangelisiert waren. 

Wir wissen um die ersten Schritte, die Ansgar darin tat – in diesem Jahr feiern wir 1200 Jahre Beginn seiner Mission in den nordischen Ländern. Diese gestaltete sich etwas « zäh » und so wundert es nicht, dass Dominicus die Fortführung der Christianisierung im Norden als Herausforderung erkannte.

Gegen Ende seines Lebens wurde sein Interesse an einer Mission im Norden konkreter. Die offizielle Geschichte des Dominikanerordens berichtet, dass Dominikus 1221 eine Mission nach Estland plante, das damals unter dänischem Einfluss stand. Sein Tod am 6. August 1221 verhinderte die Reise. 

Schon 1220, also noch zu Lebzeiten des Dominikus, wurden zwei skandinavische Brüder nach Schweden gesandt, um dort das Evangelium zu verkünden. 1221 wurden Dominikaner nach Dänemark entsandt; ein dänischer Dominikaner erhielt sogar Briefe des Papstes und Dominikus' an den dänischen König und den Erzbischof von Lund. Wenige Jahre später kamen die ersten Dominikaner nach Tallinn/Estland; die Tradition des Ordens sieht einen Zusammenhang mit dem von Dominikus geplanten Missionsvorhaben.

Laudare – Benedicere – Praedicare

Diese drei lateinischen Worte umrahmen das Wappen des Predigerordens und sind zugleich sein Motto. Zu deutsch: Loben – Segnen – Verkündigen. Sie sollen uns heute Inspiration geben für unseren Auftrag und unsere Aufgabe.

Laudare
"Gotteslob" ist der Name des deutschen Gesangsbuchs. Wir singen gerne, viel. Und doch : Gott zu loben, scheint nicht immer die primäre Gebetsform zu sein. Wir bitten, wir betrachten und meditieren, sind in der Stille vor dem Herrn. Wie steht es um unser Lob ? Manchmal gewinne ich  Eindruck, das wir Katholiken hiermit etwas hinterherhinken im ökumenischen Vergleich. Dominicus hat seinen Mitbrüdern das Lob Gottes ins Stammbuch geschrieben. Loben bedeutet zunächst anerkennen, was Gott gewirkt hat und immer noch wirkt. Es weitet unseren Blick auf das Gute und Große und darauf, das am Ende letztlich Gott uns sein Walten diese Welt, uns einschließlich, liebevoll und weise leitet.

Benedicere
Segen spenden  - eine der wichtigen Facetten der priesterlichen Dienste. Den Menschen den Segen Gottes bringen, den Menschen das Heil und das Gute Gottes weitergeben.
Aber geht es nicht noch darüber hinaus? Wir segnen mit unseren Händen, in unseren Gebeten und im  Herzen. Bene-dicere bedeutet : Gut sagen, gut sprechen. Tun wir dies auch mit unserem Mund? Und zwar nicht nur vom Ambo aus? Gut sprechen, hoffnungs- und liebevoll sprechen in den alltäglichen Begegnungen  - das ist eine eigene Mission, die oft greift, bevor der Segensgestus zum Zuge kommt.

Praedicare
Anders als Franziskus, der seinen Brüdern auftrug: "Predigt, wenn es sein muss, dann auch mit Worten." hat der Predigerorden hier eine klare Ausrichtung. Aktuell scheint sich in Westeuropa, ganz leise auch hier in Deutschland, ein neuer Trend bemerkbar zu machen : besonders die jungen Menschen haben ein neues Interesse an den Fragen des Glaubens. Oft suchen sie in den sozialen Medien und vertiefen sich sogar in theologische Diskussionen. Ein Hamburger Pfarrer erzählte einmal, dass er plötzlich einen Jugendlichen im Gottesdienst sah, den er vorher noch nicht gesehen hatte. Nach dem Gottesdienst kam er mit konkreten Fragen zur Lehre des Hl. Augustinus. Der Pfarrer hat offengelassen, ob er darauf antworten konnte.

Das stellt uns vor die Frage, wie heute der Glaube zu verkünden ist. Die Hörer des Glaubens ändern sich immer wieder. Eines aber bleibt und hier wiederum mit Dominicus : Um von Gott zu sprechen, müssen wir mit Gott sprechen, immer wieder neu.

Weitere Predigten

Impuls beim Sommerfest in Schwerin

Gemeindezentrum St.Andreas, Schwerin
17. Juni 2026

Impulsvortrag „Zuversicht in herausfordernden Zeiten“

Malteser-Hospiz-Zentrum Hamburg Volksdorf
13. Juni 2026

Bischofswort zum Ansgarfest 2026

St. Marien-Dom Hamburg
06. Februar 2026
powered by webEdition CMS