Es gilt das gesprochene Wort!
Jedes Jahr am 16. Oktober wird der Welttag des Brotes begangen. Auch das heutige Fest ist für uns Christen wie ein solcher Welttag des Brotes.
Dabei legt die Liturgie heute insbesondere einen Schwerpunkt auf das eucharistische Brot, auf die heilige Kommunion, den Leib des Herrn; sie legt aber auch einen Schwerpunkt auf das alltägliche Brot, wie uns das Evangelium dieses Festtages vor Augen führt.
Brot ist kostbar – das eine, wie das andere!
Gerade die letzten Wochen führen uns vor Augen, wie wertvoll Brot ist. Es ist ein Skandal, dass der Weizenexport als Kriegswaffe missbraucht wird und in manchen Teilen der Welt Hungersnöte drohen. Die Preise gehen derart in die Höhe, dass mancher sich ein gutes Brot gar nicht mehr leisten kann. Denken Sie an den guten Geruch und Geschmack des Brotes, der aus einer Bäckerei hervorgeht. Brot ist in unserer Kultur ein Grundnahrungsmittel für alle.
Auch das eucharistische Brot ist uns wertvoll: wir beugen davor die Knie, wir bewahren es in kostbaren Gefäßen und in einem Tabernakel auf, bei dem das ewige Licht brennt. Durch schönen Blumenschmuck wird diese Kostbarkeit widergespiegelt und gewürdigt. Mit diesen Zeichen bringen wir uns Dank zum Ausdruck.
Brot ist essbar!
Brot ist nie nur dazu da, dass es in einem Regal oder einer Theke liegt und am Ende verdirbt; auch das Brot des Altares ist nicht nur zur Verehrung und zum Anschauen da, sondern zum Essen, zum Verzehren und damit zum Leben. Brot ist Speise – das tägliche Brot wie die Eucharistie. Christus sagt: „Nehmt und esst!“. Er will sich uns einverleiben. Dabei sind eigentlich wir es, die in ihm aufgehen.
Brot ist teilbar!
Wenn Menschen miteinander befreundet sind, sprechen wir gerne vom: „Kumpel“. Dieser Begriff leitet sich vom lateinischen „cum pane“ ab. Ein Kumpel ist daher im wahrsten Sinne des Wortes jemand, mit dem wir das Brot teilen. Da, wo wir das nicht tun, neigen wir zur Eigen-Brötlerei. Es ist also offenbar ein tiefer Unterschied, ob ich mein Brot für mich allein esse oder es mit anderen teile.
Die beiden Jünger auf den Weg nach Emmaus erkennen den Auferstandenen endgültig in dem Moment, in dem er ihnen das Brot bricht. Christus, ja Gott selbst, lässt sich für uns „aufbrechen“. In der Folge sollen und können wir uns füreinander aufbrechen lassen. Gerade jetzt braucht es mehr Kumpanen als Eigenbrötler!
Fronleichnam: unser Fest des Brotes: kostbar, essbar, teilbar. Dieses Fest feiern wir nahezu jeden Tag am Altar und mitten im Leben. So sind wir reich beschenkt, werden genährt und wachsen durch die Kommunion in die Gemeinschaft der Kirche, die Communio. Amen.