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Zusammenführen und nicht spalten

Neubrandenburg hat jetzt einen Rainer-Prachtl-Weg

Veröffentlicht am: 13. April 2026
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M. Innemann/ Erzbistum Hamburg

Die Sonne glitzerte auf dem Tollensesee am Brodaer Stadtbad in Neubrandenburg, als der Strandweg einen neuen Namen bekam. Er heißt von nun an Rainer-Prachtl-Weg und ist dem ersten Landtagspräsidenten Mecklenburg-Vorpommerns gewidmet, der im Jahr 2024 gestorben ist. Prachtl kannte diesen Weg. „Als passionierter Schwimmer ist er schon seit Kindestagen hierhergekommen, um im See zu schwimmen“, sagte die Witwe Regina Prachtl. Sie freue sich deshalb über die Ehrung an dieser Stelle. Ein Schild mit dem Straßennamen und eine Stele mit Informationen zu Rainer Prachtl geben Interessierten nähere Informationen zur Person.

Zur feierlichen Einweihung des Weges sind viele Weggefährten, Freunde und Familienangehörige gekommen. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig würdigte Prachtl als einen Politiker und Katholiken, der nach der Grundüberzeugung lebte, Menschlichkeit sei machbar. „Jeder und jede von uns kann ganz konkret in seinem Dorf, in seiner Stadt oder im Verein vor Ort einen kleinen Beitrag leisten, damit wir hier in Mecklenburg-Vorpommern gut zusammenleben. Und dafür ist Rainer Prachtl ein großes Vorbild“, sagte Schwesig. Zusammenführen und nicht spalten – das sei die Königsdisziplin in der Demokratie, die Prachtl auszeichnete.

Sie erinnerte in ihrer Rede auch an die Verdienste Prachtls für die Landesverfassung Mecklenburg-Vorpommerns. Schwesig sagte: „Er hat sich dafür stark gemacht, Grundregeln und Grundrechte über die Staatsform und die Staatsziele verfassungsrechtlich festzuschreiben. Er hat sich viele Jahre lang dafür eingesetzt, die Werte der Verfassung in der Landespolitik mit Leben zu erfüllen.“ Dafür habe er als Stadtrat in Neubrandenburg, als Landtagsabgeordneter und als erster Landtagspräsident des Landes von 1990 bis 1998 gewirkt.

Oberbürgermeister Nico Klose erinnerte an das Votum des Stadtparlaments, dass einstimmig für die Benennung des Weges war. „Was Prachtl ausgezeichnet hat, ist eine überparteiliche warmherzige Herzlichkeit. Er war ein Tausendsassa in ganz vielen sozialen Projekten, er war politisch engagiert und er steht für Nächstenliebe und soziales Engagement.“ Das mache ihn besonders und dafür bleibe er bei den Menschen in Erinnerung, sagte Klose.

Aus einem Hauskreis heraus gründete sich 1991 der Dreikönigsverein in Neubrandenburg, dessen Vorsitzender Prachtl bis zu seinem Tod war. Die Arbeit des Vereins sei eine ganz herausragende besonders für die Arbeit der Hospizdienste, sagte sein Nachfolger Matthias Crone. „Wir müssen in der Gesellschaft Leben und Sterben der Menschen viele mehr zusammendenken und nicht ausgrenzen. Dafür hat er sich eingesetzt“, so Crone. Der Prachtl-Weg als Teil eines Weges um den Tollensesee, der dann beim Hospiz des Dreikönigsvereins ankomme, sei dafür ein schönes Zeichen.

Eigentlich gehöre es an den Anfang, sagte seine Frau Regina. „Mein Mann hätte zuerst gesagt ‚Gloria deus‘.“ Sie schaute über den See und ließ den Moment der Erinnerung und Dankbarkeit in sich wirken

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