Startseite > Wie setzen wir unsere Ressourcen nachhaltig ein?
Startseite > Wie setzen wir unsere Ressourcen nachhaltig ein?

Wie setzen wir unsere Ressourcen nachhaltig ein?

Ein Gespräch mit Katharina Gödecke

Veröffentlicht am: 8. Juni 2026
teilen

Im SeSam-Fahrplan des Erzbistums Hamburg kommt der Linie „Ressourcen verwalten“ eine zentrale Bedeutung zu. Denn die Herausforderungen sind offensichtlich: Die Kirche steht vor tiefgreifenden Veränderungen – finanziell, personell und strukturell. Zugleich gilt es, tragfähige Strukturen zu sichern, die auch in Zukunft kirchliches Leben vor Ort ermöglichen. Wir haben mit Katharina Gödecke, Leiterin der Abteilung Finanzen und stellvertretende Verwaltungsdirektorin, darüber gesprochen, wie ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen konkret gelingen kann.

Frau Gödecke, warum ist das Thema Ressourcenmanagement bei SeSam so zentral?

Die Ausgangslage ist eindeutig: Unsere finanziellen und personellen Ressourcen werden künftig weiter knapper. Gleichzeitig wollen wir weiterhin als Kirche präsent sein, Menschen erreichen und wirksam handeln. Deshalb bleibt es weiterhin wichtig, die vorhandenen Mittel so einzusetzen, dass sie langfristig tragen und möglichst vielen zugutekommen.

"Für mich ist ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen auch eine Frage der Verantwortung und der Glaubwürdigkeit."

Für mich ist ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen auch eine Frage der Verantwortung und der Glaubwürdigkeit. Wir gehen mit Mitteln, den Kirchensteuern um, die uns anvertraut sind. Damit sorgsam und transparent umzugehen, ist Ausdruck unseres kirchlichen Selbstverständnisses.

Was bedeutet „nachhaltig wirtschaften“ ganz konkret für das Erzbistum?

Zunächst einmal: nicht nur bis zum nächsten Jahr zu denken. Wir schauen genauer hin: Welche Strukturen brauchen wir wirklich? Wo können wir Kräfte bündeln? Wo entstehen Synergien? Es geht darum, Prioritäten zu setzen und Ressourcen so zu organisieren, dass sie ihre Wirkung entfalten können.

Nachhaltigkeit heißt für uns, vorausschauend zu handeln und auch den Mut zu haben, Dinge zu verändern, wenn sie nicht mehr tragen.

Ein Stichwort im SeSam-Fahrplan sind alternative Finanzquellen. Klingt ein wenig nach „neuen Wegen“. Was ist damit gemeint?

Die Kirchensteuer bleibt trotz ihres Rückgangs die tragende Säule unserer Finanzierung auf allen Ebenen. Gleichzeitig ist es wichtig, weitere Quellen zu erschließen, etwa durch Fördermittel, Kooperationen oder projektbezogene Finanzierungen. So können wir neue Handlungsspielräume gewinnen, ohne unsere Werte aus dem Blick zu verlieren.

Natürlich haben solche Finanzierungsformen auch Grenzen. Sie sind z. B.  zeitlich befristet oder an bestimmte Bedingungen geknüpft. Deshalb können sie die verlässliche Grundfinanzierung nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen.

Wie gelingt es, dabei die Balance zwischen Sparen und Gestalten zu halten?

Das ist in der Tat eine der größten Herausforderungen. Es geht nicht einfach darum, Ausgaben zu reduzieren. Vielmehr müssen wir unsere Mittel nach der pastoralen Schwerpunktsetzung einsetzen.

Für SeSa bedeutet dies konkret:  Ressourcen sollen dem kirchlichen Leben vor Ort dienen. Deshalb setzen wir Schwerpunkte dort, wo Gemeinschaft wächst, Engagement gefördert wird und Menschen in Berührung mit Kirche kommen.

"Ich bin überzeugt: Wenn wir verantwortungsvoll handeln und unsere nachfolgenden Generationen im Blick haben, kann aus dieser Herausforderung auch etwas Gutes wachsen."

Zum Abschluss: Was ist Ihr persönlicher Wunsch für die Umsetzung der Linie „Ressourcen verwalten“?

Dass wir den Weg gemeinsam gehen: mit Klarheit, aber auch mit Vertrauen. Die Veränderungen sind herausfordernd, das spüren wir alle. Aber ich bin überzeugt: Wenn wir verantwortungsvoll handeln und unsere nachfolgenden Generationen im Blick haben, kann aus dieser Herausforderung auch etwas Gutes wachsen.

Denn am Ende geht es nicht um Zahlen, sondern um die Menschen und um die Botschaft, die wir weitergeben.

 

 

powered by webEdition CMS