Scharfer kalter Wind und Temperaturen von weit unter Null Grad – das Wetter in Schwerin passte für ein Weltraumabenteuer. Die Schülerinnen und Schüler der Niels-Stensen-Schule in Schwerin haben einen virtuellen Flug ins Weltall gewonnen. Im Spacebizz One der Deutschen Raumfahrtagentur konnten 140 von ihnen dabei sein. Wichtig ist der Raumfahrtagentur bei diesem Bildungsangebot für Schulen ein Perspektivwechsel, um die Veränderungen durch Klimawandel oder Abholzung der Regenwälder zu verstehen. Aus dem Weltall ist zu sehen, wie Gletscher schmelzen, wie Flüsse und Seen austrocknen und der Regenwald riesigen Plantagen weichen muss.
Die 19 Tonnen schwere Rakete liegt auf einem LKW-Transporter. Darin sind zehn Plätze mit beweglichen Stühlen. Alle halbe Stunde steigt eine neue Besatzung in die Rakete und setzt die VR-Brillen auf. Dann heißt es auch schon „Mission Control – Wir sind bereit!“. Die 15-minütige virtuelle Reise beginnt. „Wir wurden beim Start durchgeschüttelt und haben dann die Sterne und die Erde vom Weltall aus gesehen“, sagt Lilli Marie aus der 6. Klasse. Begleitet wird die Crew jeweils von den deutschen Astronauten Alexander Gerst und Matthias Maurer. Vorbei an ein paar Satelliten ging es auch einmal um den Mond. „Von der Erde aus sieht der Mond immer gelblich aus. Er ist aber vollkommen weiß“, staunt die Zwölfjährige. Und so schnell wie die Reise begonnen hat, ist sie auch schon wieder vorbei. „Ich fand das richtig cool“, sagt Marielle zurück auf der Erde. Vor allem durch die VR-Brille habe das alles sehr echt gewirkt.
Bevor die Kinder und Jugendlichen zu Nachwuchsastronauten wurden, absolvierten sie noch ein Astronautentraining. Sie bauten dabei aus einer Flasche eine Rakete, oder aus Kartons ein Sonnensystem. „Und wir mussten ein Toastbrot auf dem Kopf essen“, sagt Charlotte. Das sei gar nicht so einfach gewesen.
Die katholische Schule hatte sich für die Jahrestour des Spacebuzz One beworben und hatte Losglück. In Zusammenarbeit mit der IHK Schwerin war ein guter Stellplatz für die schwere Rakete schnell gefunden, sagt Schulleiter Paul Zehe. „Was wir auch gewonnen haben, ist ein besonderer Bildungsraum.“ Durch die Materialien, die die Raumfahrtagentur zur Verfügung stellte, seien die Kinder auf den Flug vorbereitet worden und die Fachlehrer werden den Ausflug ins All im Unterricht auch nachbereiten. „Es geht dabei um Themen wie z.B. biologische Diversität oder menschliches verantwortungsvolles Handeln im Umgang mit Ressourcen. Das alles lässt sich mit diesem Projekt anschneiden und wir können immer wieder darauf bezugnehmen.“
Für die Deutsche Raumfahrtagentur ist das ein umfassendes Schul- und Bildungsprogramm, das auch zeigt, warum es gut und wichtig ist, sich mit Mathematik oder Physik in der Schule zu beschäftigen und später im Beruf anzuwenden und auszubauen.