Erzbischof Dr. Stefan Heße hat am Mittwochabend (1. Juli 2026) zu seinem Sommerfest in den Garten der Propstei Herz Jesu in Lübeck eingeladen. Rund 100 Persönlichkeiten aus Landes- und Stadtpolitik, Gesellschaft, Wirtschaft, Medien, Kirchen, Religionsgemeinschaften und sozialen Einrichtungen waren gekommen. Unter ihnen auch die schwedische Botschafterin in Deutschland, Veronika Wand-Danielsson, und der Staatssekretär aus dem Innenministerium, Frederik Hogrefe.
In seinem Grußwort würdigte Erzbischof Heße die kürzlich erschienene Enzyklika Magnifica Humanitas von Papst Leo XIV. in deren Mittelpunkt die Menschenwürde steht. „Sie gründet nicht auf Leistung, Erfolg oder Nützlichkeit, sondern allein darauf, dass jeder Mensch von Gott gewollt, geschaffen und geliebt ist“, sagte Heße. Auch in einer Zeit, in der Menschen zunehmend nach ihrer Leistungsfähigkeit bewertet würden, müsse der Wert des Menschen nicht verdient werden.
Im Jubiläumsjahr des Heiligen Ansgars, der vor 1200 Jahren seine Mission im Norden Europas begann, erinnerte Heße an die nachhaltigen Spuren des Heiligen, die bis nach Schweden reichen. „Verbindungen entstehen nicht dadurch, dass Unterschiede verschwinden, sondern dort, wo Menschen einander begegnen, voneinander lernen und gemeinsam Zukunft gestalten“, so der Erzbischof. Auch wenn der Weg nicht immer einfach gewesen sei, es bleibe etwas, das bis heute trage: „eine Verbindung, die Deutschland, Schweden und Europa über Jahrhunderte geprägt hat – und die sich etwa in kirchlichen Verbindungen wie der Nordischen Bischofskonferenz oder auch in der Ostseeparlamentarierkonferenz zeigt“, sagte Heße.
Die schwedische Botschafterin Wand-Danielsson lobte die Beziehungen beider Länder in deren Zentrum immer gemeinsame Handelsinteressen standen. „Die Beziehungen sind heute sehr vielfältig und werden immer enger und stärker. […] Wir sind nicht nur Nachbarn, Freunde und Partner, sondern seit über drei Jahren auch Verbündete“, sagte Wand-Danielsson. Sie sprach sich auch für eine stärkere Rolle Europas in der NATO aus und freute sich über die vielen Gemeinsamkeiten zwischen Schweden und Deutschland auf kultureller Ebene und im Tourismus.
Auch Innenstaatssekretär Hogrefe sprach über die neuen Sicherheitsbeziehungen in Skandinavien nach dem NATO-Beitritt Finnlands und Schwedens. „Europa rückt näher zusammen. Das zeigt, Sicherheit beginnt dort, wo Vertrauen beginnt“, sagte er.
Nach dem Auftakt in der Propsteikirche Herz Jesu ging es gesellig und kulinarisch im Pfarrgarten weiter. Durch den Abend wurden die Gäste musikalisch von Stefan Kuchel und Jan-Christoph Mohr begleitet.