Am Dienstagabend (16. Juni 2026) ludt der Hamburger Erzbischof Dr. Stefan Heße zum traditionellen Sommerfest in den Garten des Bischofshauses am Mariendom ein. Über 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kirchen, Religionsgemeinschaften und sozialen Einrichtungen folgten der Einladung.
Zu Beginn sprach Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher ein Grußwort und würdigte den guten Austausch zwischen Kirchen, Religionsgemeinschaften, Politik und der gesamten Stadtgesellschaft. Zwar gebe es in Hamburg nicht so viele Katholiken wie in Köln, sagte der Bürgermeister in Anspielung auf die Kölner Herkunft von Erzbischof Heße, dafür seien sie aber „doppelt so aktiv“.
Und auch auf die im Mai veröffentlichte erste Enzyklika von Papst Leo XIV. kam der erste Bürgermeister zu sprechen: „Der Papst mahnt uns, dass wir grundsätzliche Entscheidungen nicht der KI überlassen. Darüber müssen wir uns alle Gedanken machen, nicht nur die katholische Kirche, sondern auch die Politik, die Gesellschaft und wir alle.“
Erzbischof Dr. Stefan Heße knüpfte in seiner Ansprache an das Thema der Papstenzyklika an: „Die erste Enzyklika ist so etwas wie eine Regierungserklärung eines neuen Papstes. Die hat er nicht nur an die Katholiken gerichtet, sondern möchte möglichst viele Menschen ansprechen.“
Den Heiligen Ansgar, der als „Apostel des Nordens“ und Gründer des Erzbistums Hamburg ein zentrales Thema des Abends war, bezeichnete Erzbischof Heße in seiner Ansprache als den „vielleicht erfolgreichsten Versager des Nordens“. Dennoch habe er Strukturen des Glaubens, der Bildung und der Gemeinschaft erschaffen und damit Hamburg entscheidend mitgeprägt. Auch Tschentscher betonte, dass Ansgar für die Gründung der „großartigen Stadt Hamburg“ von großer Bedeutung gewesen sei: „Der Heilige Ansgar hat dazu beigetragen, ein christliches Wertesystem hier im Norden zu etablieren“.
Doch er habe auf seinen Missionsreisen, zu denen er vor 1200 Jahren zum ersten Mal aufgebrochen war, immer wieder Rückschläge erfahren und sei zu Lebzeiten „vergleichsweise erfolglos“ gewesen. Daraus könne man etwas Entscheidendes mitnehmen, sagte der Erzbischof: „Bis heute kann der Heilige Ansgar uns persönlich lehren, dass der Mensch seine Würde unabhängig von Erfolg oder Scheitern hat“. Ansgar sei damit „ein gutes Vorbild für eine Seite, die wir nicht aus dem Blick verlieren sollten und die jeder von uns kennt.“
Für musikalische Akzente sorgte das Ensemble Lounge Jazz aus Hamburg.