„SeSam betrifft mich gar nicht“, „Kirche findet nur noch an den Basisstationen statt“
Kommen Ihnen einer dieser Sätze bekannt vor? Vielleicht haben Sie sie schon einmal im Zusammenhang mit SeSam von Kolleg_innen aufgeschnappt oder sie selbst schon einmal gedacht.
In diversen persönlichen Gesprächen und bei Info- und Dialogveranstaltungen zu SeSam haben wir als Projektteam solche und andere Kritiken schon öfter gehört. In diesem Beitrag wollen wir ihnen konstruktiv begegnen und schauen uns an: Wie viel ist wirklich dran an solchen Aussagen, oder was würden wir ihnen entgegenstellen?
Ihnen fallen noch weitere kritische Kommentare oder Fragen ein? Dann schreiben Sie uns gerne an projekt-sesam@erzbistum-hamburg.de .
„SeSam betrifft mich gar nicht“
SeSam geht uns alle an! Als Getaufte haben wir eine Sendung, nämlich das Werk Jesu fortzusetzen, das Evangelium weiter zu verkünden und Menschen für das Reich Gottes zu sammeln. Und das geht jeden von uns etwas an!
SeSam ist kein Projekt, hinter irgendwann einfach ein Haken gesetzt wird und das nur diejenigen betrifft, die bei der Erarbeitung beteiligt sind.
SeSam ist der Weg, wie wir als katholische Kirche im Norden in die Zukunft gehen wollen. Früher oder später werden alle Gläubigen im Erzbistum Hamburg die neuen Arbeitsweisen der Hauptamtlichen kennenlernen, das neue Vertrauen ins Ehrenamt spüren, neue Verlässlichkeit von Angeboten in den Basisstationen und eine bessere Erreichbarkeit erfahren. Und damit beginnen wir schrittweise in den einzelnen Regionen.
„Die Ehrenamtlichen sind jetzt dafür verantwortlich, den Laden am Laufen zu halten“
„Kirche wird da sein, wo Ehrenamtliche sind“ hat Erzbischof Stefan gesagt. Das bedeutet nicht, dass die Verantwortung, unseren Glauben am Leben zu halten, nun auf den Schultern der Ehrenamtlichen liegt. Es ist ein positiver Auftrag, dass wir alle als Getaufte von Gott selbst gesendet sind, Kirche zu sein. Kirche ist da lebendig, wo Getaufte ihren Glauben leben, und wir als Gläubige haben das Privileg, unsere Kirche aktiv mitzugestalten, uns einzubringen.
Dafür wird natürlich auch weiterhin von hauptamtlicher Seite Unterstützung, Weiterbildung und Gemeinschaft geboten.
„Kirche findet nur noch an den Basisstationen statt, die Pfarreien werden gar nicht bedacht“
Kirche findet überall dort statt, wo Gläubige sich versammeln und ihren Glauben feiern. Die Basisstationen sollen eine unterstützende, verlässliche Ebene bieten, wo kirchliches Leben sichergestellt wird. Von dort aus soll aber genau so unterstütz werden, dass in den Pfarreien vor Ort eine lebendige Kirche auch mit weniger Personal und Finanzen möglich ist. Die Basisstationen sind erreichbare Punkte, an die sich die Menschen mit ihren Anliegen wenden können. Hier gibt es Ansprechpartnerinnen und -partner. In der Basisstation soll den Bedürfnissen der Pfarreien in der Region, die zu einer Basisstation gehört, strukturiert begegnet werden.
Und dazu hat Erzbischof Stefan mehrfach deutlich gemacht: Zum jetzigen Zeitpunkt werden keine Pfarreistandorte aufgegeben. Mithilfe der Basisstationen wollen wir es anders möglich machen.