Das Institut für Katholische Theologie an der Universität Hamburg feiert in diesem Jahr sein elfjähriges Bestehen. Seit seiner Gründung im Jahr 2014 hat es die theologische Forschungslandschaft der Hansestadt geprägt und sich zu einem wichtigen Ort des wissenschaftlichen Austauschs, der Lehrkräftebildung und der interdisziplinären Kooperation entwickelt.
Beim Jubiläumsempfang am vergangenen Dienstag (18. November) in der Universität würdigte Erzbischof Dr. Stefan Heße die Entwicklung des Instituts und seine Bedeutung für Kirche, Universität und Stadtgesellschaft. „Ich habe hier im Norden eine kleine, aber sehr bewegliche katholische Theologie vorgefunden – passend zur Katholischen Kirche in Hamburg: überschaubar in der Größe, aber überaus dynamisch, innovativ und kooperationsbereit“, sagte Heße. Das Katholische Institut sei aktiv im Austausch mit anderen theologischen und religionsbezogenen Fächern sowie weiteren Disziplinen. Hamburgs Oberhirte betonte darüber hinaus den hohen gesellschaftlichen Wert der theologischen Ausbildung in Hamburg, insbesondere im Hinblick auf die Qualifizierung von Religionslehrkräften, die die Fragen von Glauben, Ethik und gesellschaftlichem Zusammenhalt in die Schulen trügen.
Institutsleiter Prof. Dr. Sebastian Holzbrecher unterstrich die Perspektive des Instituts für die kommenden Jahre: „Theologie muss mutig genug sein, die Fragen von morgen zu stellen, auch wenn wir die Antworten noch nicht kennen. Unser Auftrag entsteht nicht aus der Sicherung des Erreichten, sondern aus der Offenheit für die Suchbewegungen unserer Zeit.“ Mit Blick auf die akademische Weiterentwicklung ergänzte er: „Wir wollen ein Institut sein, an dem Denken nicht zur Pflichtübung wird, sondern zur gemeinsamen Entdeckung – gemeinsam mit Studierenden, Kolleginnen und Kollegen, und im Dialog mit der Stadtgesellschaft.“ Holzbrecher betonte zugleich die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Fakultät, Universität und Kirche: „Wir verstehen uns als Ort, der theologische Reflexion mit gesellschaftlicher Verantwortung verknüpft und neue Räume für interdisziplinären Austausch eröffnet.“
Dem Empfang war eine wissenschaftliche Tagung vorausgegangen, die sich ambivalenten Perspektiven auf das christliche Märtyrergedenken seit 1945 widmete und bislang wenig beachtete kritische Stimmen im Umgang mit Märtyrerfiguren des 20. Jahrhunderts beleuchtete. Historiker und Theologen diskutierten anhand internationaler und konfessionell vielfältiger Beispiele unterschiedliche Formen der Rezeption – unter anderem mit Blick auf die Lübecker Märtyrer sowie weitere Persönlichkeiten, deren Deutung im Spannungsfeld von Klugheit, Wahrheit und mutigem Zeugnis steht.