Was bewegt Menschen in der aktuellen politischen Landschaft? Wo sitzt der Frust tief, und welche Wünsche gibt es für die Zukunft der Region? Antworten auf diese Fragen sammelt ab sofort wieder der Frust-O-Mat, eine erfolgreiche digitale Beteiligungsplattform der Caritas im Norden ihrer Partner. Pünktlich im Vorfeld der wegweisenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Sachsen-Anhalt bietet das anonyme Online-Tool unzensierten Raum für Gedanken und ehrliches Feedback.
Das interaktive Angebot knüpft direkt an den Erfolg der Erstauflage aus dem Jahr 2024 an, die im Rahmen der vielbeachteten Kampagne #RadikalZugehört initiiert wurde. Damals nutzten innerhalb weniger Wochen rund 58.000 Menschen die Plattform. Die Neuauflage 2026 richtet sich explizit wieder an Bürgerinnen und Bürger jeden Alters in der Region, um politischen Sorgen Gehör zu verschaffen.
Zuhören statt belehren: Basis für Vertrauen schaffen
"Uns geht es um den Austausch auf Augenhöhe", erklärt Matthias Timmermann, Diözesancaritasdirektor der Caritas im Norden. "Bevor wir über politische Wege sprechen, wollen wir die Sorgen, den Frust und die Wünsche der Menschen hier im Norden verstehen. Nur durch echtes Zuhören können wir eine gemeinsame Basis finden und Vertrauen in unserer Region wieder aufbauen."
Kein Wahl-O-Mat, sondern ein geschützter Raum für Dialog
Der Frust-O-Mat unterscheidet sich grundlegend von klassischen Wahlhilfen: Er liefert keine Wahlempfehlungen und ist keine statistische Meinungsumfrage. Stattdessen fungiert er als niederschwelliges Ventil und Reflexionsraum. Nutzerinnen und Nutzer beantworten anonym Fragen zu ihrem Empfinden gegenüber Politik und Gesellschaft und können eigene Ideen einbringen.
"Politischer Frust darf und muss einen Platz in der Demokratie haben - entscheidend ist jedoch, was wir daraus machen", betont Stephan Krug, Regionalleiter des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin e.V. in der Region Vorpommern. "Wenn Menschen die Möglichkeit bekommen, Unzufriedenheit zu äußern, ohne sofort bewertet oder in politische Schubladen gesteckt zu werden, ebnet das den Weg für einen ehrlichen, demokratischen Gesprächsprozess".
Ein Zeichen gegen Polarisierung
Die Caritas reagiert mit dieser Initiative auf ein gesellschaftliches Klima, das von spürbarer Unsicherheit, scharfen Debatten und schwindendem Vertrauen in politische Institutionen geprägt ist. Vor allem vor Wahlen braucht die Zivilgesellschaft Räume, in denen auch unbequeme Erfahrungen geteilt werden können. Viele Bürger sehnen sich nach mehr gesellschaftlichem Zusammenhalt, gegenseitiger Wertschätzung und respektvollem Umgang. Der Frust-O-Mat setzt genau hier an: Aus dem Sichtbarmachen von Frust soll ein konstruktiver Dialog entstehen, der Polarisierung entgegenwirkt. Die gesammelten anonymen Erkenntnisse fließen direkt in die politische Interessenvertretung des Wohlfahrtsverbandes ein.
Der Frust-O-Mat ist ein gemeinschaftliches Kooperationsprojekt der Caritas im Erzbistum Hamburg (Caritas im Norden), des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin sowie des Deutschen Caritasverbandes und wird tatkräftig unterstützt von der Caritas im Bistum Magdeburg.
Der Frust-O-Mat ist ab sofort kostenfrei erreichbar unter: www.frust-o-mat.de.