Mit einem Gottesdienst in der fast bis auf den letzten Platz gefüllten Klosterkapelle ist ein zentrales Kapitel im Geschichtsbuch der Schwestern von der heiligen Elisabeth am Sonntag in Reinbek zu Ende gegangen: Nach 143 Jahren wurde der Konvent der „Reinbeker Schwestern“ aufgelöst. Erzbischof Stefan Heße sagte im Gottesdienst in der Klosterkapelle, er sei „froh, dass die Geschichte hier zu Ende geht – aber damit nicht zu Ende ist. Sondern, dass die Schwestern nebenan ein neues Kapitel beginnen. Da wird also weitergeschrieben. Und auch in der Seniorenabteilung im Altenheim hören die Schwestern nicht auf, Schwestern zu sein. Sie haben Ihr Gelübde gegeben auf Lebenszeit – nicht auf Zeit, sondern für immer!“ Er sei dankbar, dass die Schwestern, nun an diesem neuen Kapitel schrieben. „Und dass Sie weiterschreiben an diesem Buch, das am Beginn dieses Jahres leer ist.“
1883 hatte Konsul Adolf Schramm ein Fachwerkhaus samt Grundstück in Reinbek erworben. Seine Frau Emilia wollte, dass dort „Graue Schwestern von der heiligen Elisabeth“ einen Ort der Erholung fänden. So kam es, und schon ein Jahr später entstand darüber hinaus ein Siechenhaus für Kranke, mit einer Kapelle und Zimmern für Schwestern. Es war die Geburtsstunde des Krankenhauses Reinbek, dem „Adolf-Stift“. Der Konvent in Reinbek beherbergte nach dem Krieg bis zu 200 Schwestern. Zuletzt lebten dort noch elf Schwestern im Alter zwischen 60 und 88 Jahren. Sie ziehen jetzt nach und nach rüber ins Altenheim St. Elisabeth, das sich ebenfalls auf dem Krankenhausgelände befindet und wo bereits 40 Schwestern – teils aus anderen Häusern des Ordens – leben.
Zum Gottesdienst mit anschließender Feier waren neben Vertretern des Krankenhauses und einigen Angehörigen, auch viele der älteren Mitschwestern aus dem Altenheim gekommen. Überdies waren von außerhalb einige Schwestern angereist, allerdings wegen der winterlichen Straßenverhältnisse weniger als geplant. Provinzoberin Schwester Edith Bremer eröffnete die Feier mit einem Rückblick in die Geschichte, bevor es dann später bei leckeren Speisen Zeit für persönliche Gespräche gab.