Kinder, als „Heilige Drei Könige“ verkleidet, besuchen in diesen Tagen wieder viele Menschen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, um den Segen „20+C+M+B+26“ (Christus Mansionem Benedicat = Christus segne dieses Haus) in die Häuser zu bringen und Spenden für Kinderprojekte in ärmeren Ländern zu sammeln. Dabei werden sie auch bei den Regierungssitzen und Landesparlamenten empfangen. Eine Gruppe aus Hamburg-Bergedorf wird am Sternsingerempfang im Bundeskanzleramt teilnehmen. Kinder aus Nordfriesland sind Sternsinger im Europaparlament und bei der EU-Kommission in Brüssel.
Seit dem Start der Aktion 1959 kamen beim Dreikönigssingen insgesamt rund 1,36 Milliarden Euro zusammen, mit denen Projekte für benachteiligte und Not leidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa gefördert wurden. Mit den Mitteln aus der Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder werden Projekte in den Bereichen Bildung, Ernährung, Gesundheit, Kinderschutz, Nothilfe, pastorale Aufgaben und soziale Integration unterstützt. Bundesweite Träger sind das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).
108 Sternsingerinnen und Sternsinger im Bundeskanzleramt
„Ganz herzlichen Dank dafür, dass Ihr diesen Dienst tut für andere Kinder auf der Welt und natürlich auch für die Menschen in Euren Pfarreien, die sich freuen, wenn um den Dreikönigstag die Sternsinger vorbei kommen und die Häuser segnen.“ Minister Thorsten Frei, Chef des Bundeskanzleramts, hieß am Dienstagnachmittag in Vertretung von Bundeskanzler Friedrich Merz die Sternsingerinnen und Sternsinger in Berlin willkommen und fand viele lobende Worte für die engagierten Kinder und Jugendlichen. Der Bundeskanzler war wegen eines wichtigen politischen Termins in Paris kurzfristig verhindert, ließ von seinem Vertreter aber wertschätzende Grüße ausrichten.
Minister Frei, der „acht oder neun Jahre selber Sternsinger“ in seiner Jugend war, machte gleich mehrfach in seiner Ansprache deutlich, wie sehr er das Engagement der vielen Königinnen und Könige schätzt, die sich an der Aktion Dreikönigssingen beteiligen. 108 von ihnen waren aus allen Himmelsrichtungen nach Berlin gekommen und mit glänzenden Kronen und großen Sternen ins Bundeskanzleramt eingezogen. Mit dabei, eine wichtige Botschaft: „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ heißt das Motto der aktuellen Aktion Dreikönigssingen. Überall in Deutschland machen die Sternsingerinnen und Sternsinger in diesen Tagen auf ihrem Weg zu den Menschen deutlich, wie wichtig es weltweit für Mädchen und Jungen ist, dass sie zur Schule gehen können statt arbeiten zu müssen.
„Bildung und die Chance, lernen zu dürfen, ist die Voraussetzung, dass man dann wirklich ein selbstbestimmtes Leben führen kann“, machte Kanzleramtsminister Thorsten Frei deutlich. Das Engagement der Sternsingerinnen und Sternsinger sei wichtig, um genau dies immer wieder ins Bewusstsein zu bringen. „Ihr seid damit auch ein Vorbild für viele Gleichaltrige. Und Ihr seid auch ein Vorbild für viele Erwachsene, weil Ihr selber etwas tut und auf die Probleme in der Welt hinweist.“
Die Sternsingerinnen Emilia (10), Isabella Esperanza (9), Lia Joline Lou (9) und Sarah (9) sowie Begleiterin Maria Soll aus der Katholischen Schule St. Elisabeth, Bergedorf, in der Pfarrei Heilige Elisabeth in Hamburg vertraten das Erzbistum Hamburg am Dienstagnachmittag beim Sternsingerempfang zur 68. Aktion Dreikönigssingen im Bundeskanzleramt. Zum Gruppenfoto mit Thorsten Frei, Chef des Bundeskanzleramts, stellten sie sich gemeinsam auf mit Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘, und Daniela Hottenbacher, Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).
Sternsinger segneten das Landeshaus in Kiel
Am ersten Montag im neuen Jahr (5. Januar) haben knapp 100 Sternsingerinnen und Sternsinger aus ganz Schleswig-Holstein den Landtag besucht. Sie brachten dem Landeshaus den traditionellen Segen ,,Christus mansionem benedicat Christus segne dieses Haus" in Form des Kreidezeichens 20*C+M+B+26 und sammelten Spenden für notleidende Kinder weltweit. Landtagspräsidentin Kristina Herbst und Ministerpräsident Daniel Günther nahmen die Mädchen und Jungen gemeinsam am Landeshaus in Empfang.
Die Parlamentspräsidentin dankte den Kindern und Jugendlichen für ihr Engagement: ,,Es beeindruckt mich sehr, dass ihr in diesem Jahr mit eurer Sammlung ein wichtiges Zeichen gegen Kinderarbeit in der Welt setzt", sagte Herbst bei der Begrüßung im Landeshaus. Unter dem Motto ,,Schule statt Fabrik. Sternsingen gegen Kinderarbeit" machen die Sternsinger in diesem Jahr darauf aufmerksam, dass Kinderarbeit, die in weiten Teilen der Welt nach wie vor zum Alltag gehört, Kinderrechte verletzt obwohl sie international verboten ist. Trotz des Verbots müssen Schätzungen zufolge etwa 138 Millionen Kinder im Alter zwischen fünf und 17 Jahren arbeiten, 54 Millionen von ihnen unter besonders gesundheitsschädlichen Bedingungen.
Im Anschluss an die Begrüßung im Foyer des Landeshauses hatten die Sternsinger Gelegenheit, der Landtagspräsidentin und dem Ministerpräsidenten im Plenarsaal Fragen zu stellen. Die Kinder konnten sich zudem gemeinsam mit Landtagspräsidentin Kristina Herbst und Ministerpräsident Daniel Günther fotografieren lassen, Autogramme einsammeln und sich ihr Sternsinger-T-Shirt signieren lassen. Anschließend ging es zum gemeinsamen Mittagessen.
Die Sternsinger, die den Landtag in diesem Jahr besuchten, kommen aus den katholischen Kirchengemeinden Ahrensburg, Bad Bramstedt, Bad Oldesloe, Bad Segeberg, Itzehoe, Kaltenkirchen, Kiel, Niebüll, Plön und Trittau.
Empfang der Sternsinger bei Ministerpräsidentin Manuela Schwesig
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat am Dreikönigstag Sternsingerinnen und Sternsinger aus der Kirchengemeinde Matgendorf/Teterow in der Schweriner Staatskanzlei empfangen. „Sich für andere einzusetzen, ist wichtig für uns alle. Ihr seid Vorbilder“, sagte Ministerpräsidentin Schwesig bei der Begrüßung der Jugendlichen. „Der Stern, dem ihr folgt, ist eine Idee – nämlich, dass es allen Kindern auf der Welt gut gehen soll. Deshalb sammelt ihr Spenden für diese Kinder. Vielen Dank dass ihr zu uns gekommen seid.“
Die Sternsingeraktion steht in diesem Jahr unter dem Motto „Schule statt Fabrik - Sternsingen gegen Kinderarbeit“. Unterstützt werden Bildungsprojekte in Bangladesch. „Wir in Mecklenburg-Vorpommern investieren in den nächsten Jahren viel Geld, damit alle Schulen in Mecklenburg-Vorpommern schöner und moderner werden. Für viele Kinder dieser Welt ist Schule aber leider keine Selbstverständlichkeit. Viele Kinder müssen arbeiten gehen, um Geld für ihre Familien zu verdienen. Sie haben wenig Zeit zum Spielen, können nicht zur Schule gehen, nicht schreiben, rechnen, lesen lernen.“ Sie müssten zudem oft unter gesundheitsschädlichen Bedingungen arbeiten. „Es ist wichtig, dass da geholfen wird“, sagte die Ministerpräsidentin. Kinder hätten überall ein Recht auf Bildung.
Besuch im Hamburger Rathaus
Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit hat gemeinsam mit Erstem Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher die Sternsinger im Rathaus empfangen. Die Sternsinger erteilen auch in diesem Jahr ihren traditionellen Segen und sammeln Spenden für Kinder weltweit.
Präsidentin Carola Veit betonte: „Kinder haben ein Recht auf Bildung und eine unbeschwerte Kindheit. Mit dem diesjährigen Motto machen die Sternsinger auf dieses wichtige Kinderrecht aufmerksam. Ihr Engagement und die gesammelten Spenden unterstützen weltweit Projekte, die Kindern neue Perspektiven eröffnen. Dafür danke ich allen Sänger:innen und Unterstützer:innen sehr herzlich. Die Aktion ermutigt auch dazu, sich über den eigenen Konsum Gedanken zu machen und mehr auf die Herkunft von Waren zu achten – so weist zum Beispiel das Fairtrade-Siegel auf Produkte ohne Kinderarbeit hin. “
Anschließend erkundeten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Präsidentin Veit und Bürgermeister Tschentscher das Rathaus und stellten ihnen Fragen zu ihrer Arbeit.
Besuch der Sternsingerinnen und Sternsinger in der Hamburger Finanzbehörde, wo sie von Senator Dr. Andreas Dressel empfangen wurden.