Die Pfarrei Maximilian Kolbe hat im September eine Reise nach Litauen unternommen. Neben zahlreichen Besichtigungen gab es für die Reisegruppe ein besonderes Anliegen: Im Gepäck waren viele Kreuze, die zum Berg der Kreuze, einem litauischen Wallfahrtsort in der Nähe von Šiauliai, gebracht wurden.
Die Idee dazu hatte Pfarrer Stefan Langer. Seit Langem beschäftigte ihn die Frage, was mit Kreuzen und anderen religiösen Symbolen geschieht, wenn Gemeindehäuser verändert oder geschlossen werden oder wenn nach dem Tod eines Angehörigen religiöse Gegenstände zurückbleiben.
Auch bei Pfarrer Langer hatten sich auf diese Weise zahlreiche Kreuze angesammelt. Beim täglichen Anblick der Kreuze entstand schließlich eine besondere Idee: eine Pilgerreise zum Berg der Kreuze zu organisieren. 24 Pfarreimitglieder machten sich deshalb auf den Weg – mit Kreuzen und persönlichen Geschichten im Gepäck.
„Warum sollen wir als Gemeinde nicht dorthin pilgern, unsere Kreuze bringen und gemeinschaftlich beten?“, beschreibt Pfarrer Langer seine Idee.
Am Fest Kreuzerhöhung erreichte die Gruppe den Berg der Kreuze. Die mitgebrachten Kreuze stammten unter anderem aus ehemaligen Klassenzimmern, aus Patientenzimmern des Krankenhauses Groß-Sand und aus privaten Haushalten. Vor Ort wurden sie am Berg aufgestellt – als sichtbares Zeichen für die Menschen und Geschichten, mit denen sie verbunden sind.
Für Pfarrer Langer steckt darin eine zentrale Hoffnung: Das Kreuz steht für Leid und Abschied, aber nicht nur. Es steht auch für Hoffnung, neues Leben und Auferstehung.
Berg der Kreuze
Der Berg der Kreuze liegt rund zwölf Kilometer nördlich von Šiauliai und ist einer der bekanntesten katholischen Wallfahrtsorte Litauens. Heute stehen dort mehr als 100.000 Kreuze. Der Ort entstand im 19. Jahrhundert als Gedenkstätte für die Opfer der Aufstände von 1831 und 1863 und entwickelte sich später zu einem Symbol des litauischen Glaubens und des Widerstands gegen die sowjetische Herrschaft. Mehrfach versuchten die sowjetischen Behörden, den Kreuzberg zu beseitigen. Doch immer wieder wurden neue Kreuze aufgestellt. Am 7. September 1993 besuchte Papst Johannes Paul II. den Berg der Kreuze und feierte dort mit rund 100.000 Gläubigen einen Gottesdienst.