Lehrkräfte aus drei Religionsgemeinschaften haben jetzt bei einem Empfang in der Katholischen Akademie ihre Zertifikate für den Einsatz als Lehrkräfte im Religionsunterricht für alle (Rufa) entgegennehmen können: 17 katholische, elf muslimische und drei alevitische Lehrkräfte. Die Urkunden wurden von Vertretern der Katholischen Kirche, der Islamischen Religionsgemeinschaften und der Alevitischen Gemeinde in Hamburg überreicht – als sichtbares Zeichen gelebter Kooperation im Sinne des Hamburger Modells eines gemeinsamen Religionsunterrichts.
Der Religionsunterricht für alle (RUfa) ist ein in Deutschland einmaliges und ausschließlich in Hamburg umgesetztes Modell: ein bekenntnisorientierter Religionsunterricht, der für alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam erteilt wird, verantwortet von den in Hamburg anerkannten Religionsgemeinschaften. Damit auch bisher fachfremd eingesetzte Lehrkräfte diesen Religionsunterricht zukünftig fachlich fundiert geben können, wurde diese berufsbegleitende Kurzqualifizierung entwickelt. Der erfolgreiche Abschluss der 30 Stunden umfassenden Weiterbildung ist die Voraussetzung für eine unbefristete religionsgemeinschaftliche Beauftragung. Verantwortet wurde die Weiterbildung von der Alevitischen Gemeinde, dem Erzbistum Hamburg sowie den Islamischen Religionsgemeinschaften (DITIB, SCHURA, VIKZ u. a.). Die Qualifizierung umfasste die Themenbereiche „Didaktische und methodische Grundlagen des RUfa 2.0“, „Zentrale Themen der eigenen Religion und deren Vermittlung“ sowie ein Wahlmodul zur religionsspezifischen oder interreligiösen Vertiefung. Im Mittelpunkt standen dabei die Grundideen eines gemeinsamen Religionsunterrichts, religiöse Kompetenzentwicklung sowie der neue Bildungsplan RUfa 2.0.
„Der erfolgreiche Abschluss des Qualifizierungslehrgangs setzt ein klares Zeichen: Der Rufa lebt davon, dass Lehrkräfte unterschiedlicher Glaubensrichtungen gemeinsam Verantwortung übernehmen“, erklärte Dr. Christopher Haep, Leiter der Abteilung Schule und Hochschule des Erzbistums Hamburg. Das gemeinsame Feiern des Abschlusses unterstreiche die gute und vertrauensvolle Kooperation zwischen den beteiligten Religionsgemeinschaften – und stärke die Qualität des RUfa an Hamburgs staatlichen Schulen, so Haep.
Foto: Übergabe die Zertifikate (v.l.n.r.): Dr. Christopher Haep (Leiter Abteilung Schule und Hochschule Erzbistum Hamburg), Özlem Nas (Stellvertretende Vorsitzende der SCHURA), Ismail Kaplan (Alevitische Gemeinde Hamburg)