Mit einem feierlichen Pontifikalamt im St. Marien-Dom hat das Erzbistum Hamburg gestern seinen 31. Geburtstag begangen. Erzbischof Dr. Stefan Heße feierte den Gottesdienst, in dem der neu ernannte Abt des Benediktinerklosters Maria Laach, Pater Dr. Mauritius Wilde OSB, die Predigt hielt.
In eindringlichen, lebensnahen Worten ermutigte Abt Mauritius dazu, den Glauben mutig und selbstverständlich im Alltag zu leben. Christlicher Glaube, so der Abt, zeige sich nicht in einer Zwanghaftigkeit oder Zurschaustellung. Vielmehr gehe es darum, eine aktive Beziehung zu Gott zu leben, ganz praktisch im Alltag.
Er nannte konkrete Beispiele: „Beten wir am Morgen oder am Abend auf der Bettkante. Beten wir vor dem Essen – ruhig auch laut –, zeichnen wir ein Kreuzzeichen auf die Stirn der Kinder, bevor sie aus dem Haus gehen. Befestigen wir eine Christophorus-Figur in unserem Auto, beten wir einen Rosenkranz im Wartezimmer beim Arzt oder am Bahnsteig.“ Es gehe darum, den Glauben sichtbar und natürlich in den Alltag zu integrieren. Christliches Leben müsse nicht kompliziert sein.
Zugleich ermutigte der Abt: „Schämen wir uns nicht, von Gott zu sprechen, wenn wir danach gefragt werden. Oder auch – wenn es passt – dann, wenn wir nicht gefragt sind.“ Entscheidend sei keine demonstrative Frömmigkeit, sondern eine lebendige Beziehung zu Gott, die für jede und jeden auf eigene Weise zugänglich sei.
Zum Abschluss des Gottesdienstes dankte Erzbischof Dr. Stefan Heße dem Abt herzlich für seine Predigt. Er würdigte besonders die Klarheit und Einfachheit, mit der er vom Glauben gesprochen habe. „Christlich sein ist nicht nur etwas für Hochbegabte, sondern etwas für jede und jeden“, sagte der Erzbischof. Der Glaube sei im besten Sinne „ein-fach“ und oft weniger kompliziert, als wir ihn selbst machten.
Erzbischof Heße sprach dem neuen Abt Gottes Segen für seinen Dienst in der Abtei Maria Laach und für seine Mitbrüder zu. Persönlich verbindet ihn, so der Erzbischof, auch eine besondere Nähe zu diesem Ort: Ein Bild von Maria Laach habe im Bischofshaus seinen festen Platz.