Der Bundespräsident hat Henry Kirsche das Bundesverdienstkreuz am Bande für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement in der Obdachlosenhilfe verliehen. Seit mehr als 20 Jahren setzt sich der Diakon im Ruhestand mit großem persönlichem Einsatz für Menschen ohne Obdach ein – mit dem Ziel, ihnen langfristig Wege aus der Obdachlosigkeit zu eröffnen. Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer hat die Auszeichnung im Rahmen einer Feierstunde im Rathaus am Mittwoch (7. Oktober 2026) überreicht. „Henry Kirsche schafft Orte, an denen Menschen nicht nur praktische Hilfe, sondern auch ein offenes Ohr, Vertrauen und neue Perspektiven finden. Sein Engagement zeigt, wie wichtig niedrigschwellige Unterstützung ist – gerade für Menschen, die nur schwer Zugang zu unseren bestehenden Hilfsangeboten finden. Für diesen außergewöhnlichen ehrenamtlichen Einsatz danke ich ihm herzlich“, sagte sie.
Henry Kirsche engagiert sich seit 2003 in der Obdachlosenhilfe. Er begleitet ehrenamtliche Projekte und Engagierte und unterstützt im Rahmen des Winternotprogramms im Verein „Obdachlosenhilfe am Mariendom“. Zudem initiierte er gemeinsam mit Wegbegleitern die „Wärmestube“, wo es nicht nur warme Getränke und etwas zu essen gibt, sondern auch Angebote zu Gesprächen und konkreter Unterstützung. 2006 gründete Henry Kirsche die kirchliche Anlaufstelle „Metanoite“, eine Einrichtung des Hilfsvereins St. Ansgar e.V. Der Verein ist Träger der Alimaus, einer Tagesstätte mit Essensausgabe für mittellose Menschen am Nobistor. Dort wurden obdachlose Menschen beraten, bei Behördengängen und Sprachkursen unterstützt und Seelsorge-Arbeit geleistet. Auch nach dem Übergang in eigenen Wohnraum, bei dem Henry Kirsche unterstützend tätig war, begleitet er die Menschen weiterhin in ihrem Alltag.