Die Caritas will mit ihrer Jahreskampagne bundesweit den gesellschaftlichen und generationenübergreifenden Zusammenhalt stärken. Das Motto „Zusammen geht was - Caritas verbindet Generationen“ wurde am Freitag in Schwerin präsentiert. Als Beispielprojekt stellte der Deutscher Caritasverband ein Boxprojekt der Caritas im Norden im Brennpunkt-Stadtteil Krebsförden vor.
„Es geht nicht um Alt gegen Jung, sondern um Gemeinsamkeit“, sagte Vorstandsmitglied Friedrich von Schönfeld vor Journalisten. Der generationenübergreifende Zusammenhalt entstehe vor allem dort, wo Menschen sich im Alltag begegneten - etwa in Mehrgenerationenhäusern, Kitas, Pflegeeinrichtungen oder im Ehrenamt. Die Caritas wolle diese Beispiele sichtbar machen und zugleich politisch für mehr Miteinander werben.
Boxtraining als Begegnungsort
Ort der Kampagneneröffnung war ein Boxkeller, der Teil eines Caritas-Mehrgenerationenhauses ist. Dort trainieren Jugendliche gemeinsam mit älteren Ehrenamtlichen und Trainern. „Sportlicher Wettkampf findet unter klaren Regeln statt. Fairness, Respekt und Zusammenhalt werden hier ganz praktisch gelebt“, sagte der Direktor der Caritas im Norden, Matthias Timmermann. Diese Werte seien auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zentral.
Seit sieben Jahren trainiert der frühere Leistungssportler Detlef Krause Jugendliche aus sozial schwierigen Verhältnissen. Ziel sei es, Perspektiven zu schaffen, Integration zu fördern und jungen Menschen Orientierung zu geben. Der Boxkeller ist eingebettet in ein Angebot aus sozialer Beratung, Gemeinschaftsprojekten sowie einer günstigen Kleider- und Haushaltsboutique.
Flüchtling wird Profiboxer
Zu den bekanntesten Sportlern aus dem Projekt zählt der 22-jährige Profiboxer Gol Agha Haddi, der als Jugendlicher mit seiner Familie nach Deutschland geflüchtet war und inzwischen national zu den erfolgreichen Profiboxern seiner Gewichtsklasse gehört.
Unterstützung erhält das Projekt vom ehemaligen Weltmeister Jürgen Brähmer. Sport habe enorme gesellschaftliche Kraft, sagte Brähmer und forderte zugleich mehr politische Förderung. „Es gibt keine bessere Investition als Sport.“
Caritas will Spaltung überwinden
Die Caritas sieht generationenübergreifendes Arbeiten als festen Bestandteil ihrer Arbeit - von der Jugendhilfe über die Migrationsarbeit bis zur Altenhilfe. Ziel der Jahreskampagne sei es, den Blick weg von gesellschaftlichen Spaltungserzählungen hin zu gemeinsamen Lösungen zu lenken, hieß es.
Der Deutsche Caritasverband ist nach eigenen Angaben mit rund 740.000 Mitarbeitern, mehr als 500.000 Ehrenamtlichen und etwa 25.000 Einrichtungen und Diensten einer der größten Wohlfahrtsverbände in Deutschland.
Quelle: KNA