Andreas Damm, langjähriger Diözesanleiter der Malteser im Norden, erhielt die Ansgar-Medaille des Erzbistums Hamburg. Eine neue Aufgabe findet er beim Freundeskreis des Malteser Hospiz-Zentrums Bruder Gerhard.
„Ich war völlig überrascht. Ich weiß gar nicht, ob ich es verdiene“, sagt Andreas Damm, einen Tag nachdem er von der bevorstehenden Auszeichnung erfahren hat. Kein Kokettieren, es klingt ehrlich. Am 8. Februar wird ihm bei der Ansgar-Vesper um 18.15 Uhr im St. Marien-Dom die Ansgar-Medaille des Erzbistums verliehen. Von 2003 bis 2025 war der 69 Jahre alte Jurist, der bis zu seiner Pensionierung 2021 als Personalchef beim NDR arbeitete, Diözesanleiter der Malteser im Norden. Vergangenes Jahr hat er das Ehrenamt an einen Jüngeren abgegeben.
Außer bei einem Erste-Hilfe-Kurs in seiner Gemeinde hatte Andreas Damm nie etwas mit den Maltesern zu tun. Bis er nach der Mitternachtsmesse 2002 vom inzwischen verstorbenen Diözesanleiter Uwe Bernzen gefragt wurde, ob er nicht dessen Nachfolger werden wolle. Was ein Diözesanleiter sei, fragte Damm. „Viel ist nicht zu tun, ein bisschen Repräsentieren“, so etwa drückte sich Bernzen aus. Was glatt untertrieben war, weil der Diözesanleiter gemeinsam mit dem hauptamtlichen Geschäftsführer – von 2005 bis 2020 war das der heutige Bistums-Verwaltungsdirektor Alexander Becker – einen Verband mit weit über 2000 Ehren- und Hauptamtlichen zu führen hat. Und es bedeutet die finanzielle Verantwortung für die 16 Gliederungen zwischen Flensburg und Waren an der Müritz.
Einer ohne Stallgeruch? „Die Malteser waren sehr wohlwollend. Aber es war für beide Seiten eine Herausforderung. Im Nachhinein glaube ich: Beide haben voneinander gelernt.“ Damm brachte Berufs- und Lebenserfahrung mit. „Und ich habe viel von den Maltesern gelernt. Das hat mein Leben echt bereichert“, sagt Damm. In seiner Amtszeit wurden neue Gliederungen in Neustrelitz, Norderstedt und Schwerin gegründet, das Jugendzentrum Manna übernommen, der Hospizdienst ausgebaut und das Mentoren-Projekt „Balou & Du“ gestartet.
Auf zwei Bereiche blickt Andreas Damm besonders stolz zurück. Da ist zum einen die um 2010 ins Leben gerufene „Malteser Migranten Medizin“, die heute anders heißt, aber immer noch mit „MMM“ abgekürzt wird. Es ist ein kostenloses medizinisches Angebot im Hamburger Marienkrankenhaus für Menschen ohne Krankenversicherung, das nicht nur von Migranten in Anspruch genommen wird. Die Ärzte und Fachkräfte bestreiten ehrenamtlich diese wöchentliche Sprechstunde. Froh ist er, das geschafft zu haben, so der Jurist. Ganz leicht war es nicht, weil sich diese Hilfe bei illegal in Deutschland lebenden Migranten in einem rechtlichen Graubereich bewegt, für den jedoch ein rechtsstaatlich wie auch humanitär guter Weg gefunden wurde.
Das andere ist der Hamburger Wohlfühlmorgen. „Sensationell“ sei der, so Damm. Die teils obdachlosen Menschen, die früh vor der Sankt-Ansgar-Schule von Pater Karl Meyer – den fast alle Bedürftigen kennen – persönlich begrüßt werden, die festlich gedeckten Tische: „Das ist schon toll.“ Damm, der sich in zwei Chören engagiert, hat zwar sein Amt abgegeben, aber nicht das Ehrenamt an sich: Beim Freundeskreis des Malteser Hospiz-Zentrums Bruder Gerhard will er eine Aufgabe im Vorstand übernehmen.
Neue KirchenZeitung / Marco Heinen