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Keine Zusammenarbeit mit AfD im Erzbistum

Interview mit der Schweriner Volkszeitung

Veröffentlicht am: 28. März 2024
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Andreas Sibler/ Erzbistum Hamburg

Das Erzbistum Hamburg will zu offiziellen Anlässen keine AfD-Politiker mehr einladen. „Eine Zusammenarbeit auf kirchenpolitischer Ebene wird es nicht geben“, sagte Erzbischof Stefan Heße in einem Interview der „Schweriner Volkszeitung“ (Donnerstag). Die katholischen deutschen Bischöfe hatten Ende Februar eine Erklärung veröffentlicht, in der sie sich von der AfD abgrenzen und sie als für Christen nicht wählbar bezeichnen.

Auf die Frage, ob AfD-Mitglieder im Erzbistum noch ein kirchliches Amt übernehmen können, antwortete Heße: „Wir fragen jetzt nicht an der Kirchentür nach einer Parteimitgliedschaft. Wenn aber bekannt ist, dass jemand Mitglied in der AfD ist und sich gleichzeitig in der Gemeinde engagieren möchte, dann werden wir das auch thematisieren.“ Die Person solle im Rahmen eines ausführlichen Gespräches mit ihrem politischen Engagement konfrontiert werden. Dies solle kritisch ins Verhältnis zur kirchlichen Tätigkeit gesetzt werden. „An den konkreten Empfehlungen für die Pfarreien im Umgang mit AfD-Mitgliedern arbeiten wir zurzeit noch.“

Zugleich sprach sich der Erzbischof dafür aus, das Gespräch mit AfD-Sympathisanten nicht abzubrechen. „Es ist wichtig, dass Menschen die Gelegenheit bekommen, in einen kritischen Dialog zu treten. Auch radikale Thesen müssen diskutiert werden dürfen und den Ängsten der Menschen muss ein Raum eröffnet werden.“ Die Kirche müsse klare Kante zeigen, zugleich aber dialogbereit bleiben mit den Gesprächswilligen.

Die Erklärung der deutschen Bischöfe ist laut Heße gut überlegt und intensiv diskutiert worden. „Wir können nicht tatenlos mit ansehen, wie eine Partei, die vom Verfassungsschutz in einigen Bundesländern als rechtsextrem eingestuft worden ist, mit scheinbar einfachen Lösungen hinters Licht führt und versucht, die Demokratie mit den Mitteln der Demokratie abzuschaffen.“ Die AfD habe mehrere Radikalisierungsschübe erlebt und in ihr dominiere eine völkisch-nationale Gesinnung. „Und diese ist nicht mit dem christlichen Gottes- und Menschenbild vereinbar.“

KNA

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