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St. Paulus, Apostel der Völker

Neugründung in Billstedt am Laetaresonntag

Einen „wetterfesten Glauben" wünschte Erzbischof Stefan Heße in seiner Predigt der neuen Pfarrei Sankt Paulus – Apostel der Völker. Diese war kurz zuvor während des Hochamts am vierten Fastensonntag in der Billstedter Kirche St. Paulus feierlich gegründet und Felix Evers zu ihrem Pfarrer ernannt worden. Sie umfasst neben St. Paulus auch die ehemaligen Pfarreien St. Joseph in Wandsbek und St. Agnes in Tonndorf. Dem Laetaresonntag entsprechend trug der Erzbischof ein rosa Messgewand, das die Vorfreude auf Ostern symbolisiert, für die der vierte Fastensonntag steht. Der 14. März war zugleich der sechste Weihetag Heßes, der im März 2015 sein derzeitiges Bischofsamt antrat.

Mit „wetterfest" meinte der Erzbischof einen Glauben, der auch in Krisen gelebt wird. Krisen seien etwas Normales; jeder mache sie durch, auch ein Bischof. Und die Bibel sei geradezu ein Buch der Krisen. Es komme darauf an, diese anzunehmen. In diesem Zusammenhang verwies er auch auf die Krise, die die Gesellschaft aufgrund der Corona-Pandemie durchmache, sowie auf die „dicke Krise", in der sich die katholische Kirche momentan befinde. Es werde auch nicht so sein, dass wir die Krise erst einmal lösten, und dann gehe es einfach so weiter, führte der Erzbischof aus. Die Kirchen und kirchlichen Einrichtungen wie Pfarrsäle, Schulen oder Kitas bezeichnete Heße überdies als Schutzräume, die von Menschen in Krisen aufgesucht werden könnten. Er sei deshalb froh, dass die Kirchen tagsüber auch weiter zum Gebet geöffnet seien.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher hatte eine Videobotschaft an die neue Pfarrei gerichtet, die auf der Website von St. Paulus in Billstedt zu sehen ist. Tschentscher dankte den nun zusammengeschlossenen Pfarreien darin, dass sie sich so „engagiert und im christlichen Sinne für das Gemeinwohl in Hamburg einsetzen".

Gegen Schluss des Hochamts überreichte Pfarrer Felix Evers dem Erzbischof zum Dank und anlässlich dessen Weihejubiläums noch eine Rose mit einem golden verzierten Blatt. Diese Geste bezog sich auch auf die rosa Messfarbe. Denn eine Goldene Rose wird als Auszeichnung des Papstes an Personen, Staaten oder Wallfahrtsstätten verliehen, die sich um die katholische Kirche besonders verdient gemacht haben. Diese päpstliche Auszeichnung besteht freilich aus vergoldetem Silber. Die Rose steht dabei für Jesus Christus, wobei die Dornen seinen Leidensweg symbolisieren und das Gold seine Auferstehung – so kam der vierte Fastensonntag unmittelbar vor der Passionszeit zu seiner besonderen Farbe.

Gerahmt wurde der Festgottesdienst von exzellenten musikalischen Darbietungen des Chors aus Mitgliedern aller drei Gemeinden der Pfarrei, der Chorleiterin Cécilia Arnault, von Martina Busenbender, des Saxophonisten Lothar Remer, der auch an der St. Paulusschule lehrt, sowie des Organisten Frank Klein.

Text und Fotos: Dr. Matthias Schatz, Neue Kirchenzeitung



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