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Katholischer Flüchtlingsgipfel
Bildquelle: Caritas International / Philipp Spalek

„Integration gemeinsam gestalten“

Auf Einladung von Erzbischof Stefan Heße (Hamburg), Sonderbeauftragter für Flüchtlingsfragen der Deutschen Bischofskonferenz, fand heute (3. Mai) in Erfurt der sechste Katholische Flüchtlingsgipfel statt. Rund 100 Praktiker, Experten und Ehrenamtliche nahmen daran teil. Themen der Veranstaltung waren die Situation der ukrainischen Flüchtlinge und die Integration von Migranten und Geflüchteten. Die Deutsche Bischofskonferenz veröffentlichte dazu die Arbeitshilfe Anerkennung und Teilhabe – 16 Thesen zur Integration.

In seiner Eröffnungsansprache solidarisierte sich Erzbischof Heße mit der Ukraine: „Der Angriff gegen die Ukraine ist auch ein Angriff auf Europa: auf die Werte und Regeln, die unser Zusammenleben tragen. Und so sind die Vertriebenen aus der Ukraine in besonderem Sinne auch unsere Vertriebenen und ihr Leid ist unser Leid." Zugleich äußerte er mit Blick auf alle Schutzsuchenden: „In der Krise finden die europäischen Staaten Lösungen, die noch vor Kurzem undenkbar erschienen. Ich hoffe, dass wir Europäerinnen und Europäer uns auch in Friedenszeiten an die Verbundenheit mit den Vertriebenen aus der Ukraine erinnern." Heße unterstrich, dass die Flüchtlingsarbeit der Diözesen und kirchlichen Einrichtungen in Deutschland auf stabilen Fundamenten ruhe und deshalb in der Lage sei, die Aufnahme der ukrainischen Flüchtlinge gut zu begleiten. In diesem Zusammenhang wies er auf das Engagement der 35.500 Ehrenamtlichen hin, die 2021 in der Flüchtlingsarbeit tätig gewesen sind.

Der zweite Teil der Veranstaltung stand unter dem Leitthema „Integration gemeinsam gestalten". Grundlage der Beratungen war die von der Deutschen Bischofskonferenz in Erfurt vorgelegte neue Arbeitshilfe Anerkennung und Teilhabe – 16 Thesen zur Integration, die an das Gemeinsame Wort der Kirchen Migration menschenwürdig gestalten (2021) anknüpft. Das Dokument verbindet theologische und politikwissenschaftliche Ansätze und berücksichtigt vor allem die Erfahrungen der katholischen Flüchtlingshilfe der vergangenen Jahre. Es enthält acht Thesen zu den Grundhaltungen, die für ein christlich geprägtes Verständnis von Integration bestimmend sind. Weitere acht Thesen beschäftigen sich mit konkreten Handlungsfeldern wie Familie, Bildung, Arbeit und Gesundheit. Die Arbeitshilfe wirbt für die Anerkennung von Migration und Integration als Facetten gesellschaftlicher Vielfalt und als Impuls für einen positiven sozialen Wandel.

Heße appellierte an die Verantwortungsträger in Politik und Kirche, sich weiterhin für eine möglichst barrierefreie Aufnahme und Integration aller Schutzsuchenden einzusetzen: „In erster Linie sind die politischen Verantwortungsträger gefragt, schnell und unkompliziert die Weichen für die Aufnahme und Integration zu stellen. Das schafft die Grundlagen, auf die die Kirchen und die Zivilgesellschaft aufbauen können."

Hinweise:
Die Arbeitshilfe der Deutschen Bischofskonferenz "Anerkennung und Teilhabe – 16 Thesen zur Integration" ist als pdf-Datei zum Herunterladen unter www.dbk.de. Dort kann das Dokument auch als Broschüre (Arbeitshilfen Nr. 331) bestellt werden.

Die Statistik zur Flüchtlingshilfe und die Eröffnungsansprache von Erzbischof Stefan Heße sind unter www.dbk.de und auf der Internetseite zur katholischen Flüchtlingshilfe unter www.fluechtlingshilfe-katholische-kirche.de verfügbar.

Eine Bestandsaufnahme der Deutschen Bischofskonferenz zur katholischen Flüchtlingshilfe für das Jahr 2021 hat ergeben, dass die 27 Bistümer, die Militärseelsorge und die kirchlichen Hilfswerke rund 90,5 Millionen Euro für die Flüchtlingshilfe bereitgestellt haben, darunter 34,7 Millionen für die Unterstützung der Flüchtlingshilfe im Inland und 55,8 Millionen für die Unterstützung der Flüchtlinge im Ausland. Im Jahr 2021 waren etwa 4.300 hauptamtliche Mitarbeiter und rund 35.500 Ehrenamtliche in der Hilfe für Geflüchtete tätig.

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