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Corona-Schutzimpfungen
Bildquelle: Pixabay / rosa mielsch

Aufhebung der Reihenfolge benachteiligt Studenten

Studierende sind nach Ansicht der katholischen und evangelischen Studierendenseelsorger durch die geplante Aufhebung der Reihenfolge für die Corona-Schutzimpfungen stark benachteiligt.

 „Ich fürchte, dass die Studierenden ans Ende der Warteschlange katapultiert werden.", so Christina Innemann von der Katholischen Studierendengemeinde in Rostock. Immer mehr Menschen würden derzeit über die Hausarztpraxen mit Impfstoff versorgt, nicht über die Impfzentren. „Viele unserer Studierenden haben jedoch keinen Hausarzt am Studienort.", so Innemann weiter. Der Grund sei schlichtweg, dass der Gang zum Arzt und chronische Erkrankungen unter Studierenden selten seien.

Selbst junge Menschen mit Hausarzt würden jedoch am Ende der Warteschlange stehen, erläutert Dr. Martin Kummlehn von der Evangelischen Studierendengemeinde. Denn auch in den Praxen müssten Ärzte entscheiden, wer den knappen Impfstoff mit Blick auf die Krankenakte nötiger hätte. „Das sind natürlich nicht die jungen Menschen", so der evangelische Seelsorger.

Die beiden Theologen erfahren in Gesprächen mit Studierenden, dass diese zunehmend das Gefühl hätten: „Wir werden die Letzten sein." Viele seien so verzagt, dass sie noch nicht einmal beim Hausarzt nachfragten. Vor allem internationale Studierende wüssten außerdem nicht, ob ihre private Krankenversicherung eine Impfung gegen Covid19 beinhalte.

Die beiden Theologen beschreiben die Lebenssituation vieler Studentinnen und Studenten wie folgt: Viele von ihnen leben außerhalb eines Familienverbandes. Kontaktbeschränkungen treffen die Studierenden besonders hart. Bei einer sehr langen Wartezeit auf die Impfung blieben sie auch lange von Erleichterungen im Alltag wie beispielsweise der Lockerung von Kontaktbeschränkungen bei privaten Treffen ausgeschlossen. „Es wäre fatal, wenn die jungen Menschen an den Hochschulen das Gefühl hätten, auf sie käme es am wenigsten an.", so Innemann. Gemeinsam mit ihrem Kollegen hofft sie auf kreative Lösungsvorschläge für die große Gruppe von über 13000 Studierenden in Rostock. „Wir wünschen uns, dass die Hochschulen Rostocks und die Stadt gemeinsam Ideen entwickeln, Studierende in die Impfkampagne einzubeziehen" so die beiden Theologen.

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